- Überleben wir die Superintelligenz? Ein Weckruf aus dem Silicon Valley Sind wir gerade dabei, die Büchse der Pandora zu öffnen? Die KI wird besser und besser, entwickelt sich immer weiter und könnte irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft zur Superintelligenz werden, also zu einer KI, die den Menschen in praktisch allen geistigen Fähigkeiten deutlich übertrifft. Um ihn dann vielleicht irgendwann umzubringen, wie viele gerade warnen. Genau darum geht es auch in dem Buch von Eliezer Yudkowsky und Nate Soares, beide Experten des Machine Intelligence Research Institute (MIRI): "If Anyone Builds It, Everyone Dies. Warum eine superintelligente KI uns alle vernichten würde" (Droemer). Sie warnen darin eindringlich: eine unkontrollierte künstliche Superintelligenz werde menschliche Werte nicht teilen. Und eben nicht nur das. Sie werde uns Menschen irgendwann auch schlicht nicht mehr benötigen. Mit diesem Weckruf sind Yudkowsky und Soares inzwischen nicht mehr allein: Mitte September veröffentlichte Anthropic-Chef Dario Amodei seinen Weckruf "We Must Pace the Frontier", in dem er eindringlich darauf hinwies, dass die KI-Entwicklung inzwischen so schnell voranschreite, dass Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise nicht mehr hinterherkommen könnten. Mehrere andere KI-Forscher warnen inzwischen, dass eine Superintelligenz noch in diesem Jahrzehnt entstehen und im Extremfall die Menschheit auslöschen könnte. "ttt" hat mit Nate Soares in Berkeley über die Superintelligenz und die von ihr ausgehenden Gefahren gesprochen. - Quo vadis, Deutschland? Kulturschaffende zur gesellschaftlichen Situation in Deutschland nach den Wahlen Gerade sind drei Wahlen in Deutschland gewesen mit teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Mit 4,9 Prozent hat es die CDU nicht in den Landtag in Mecklenburg-Vorpommern geschafft. Die AfD ist sowohl dort wie auch in Sachsen-Anhalt die stärkste Kraft, in Berlin dagegen DIE LINKE. Regierungsbildungen werden immer schwieriger, Deutschland wirkt immer gespaltener. Aber stimmt das? Was sind gerade die Ängste und Hoffnungen hierzulande? Quo vadis, Deutschland? Diese Fragen hat "ttt" vier Kulturschaffenden gestellt: Autorin Anne Rabe, Journalistin Yasmine M'Barek, Autor Max Czollek und Soziologe Nils C. Kumkar. - Furchtloser Kampf und persönliche Opfer: Autobiografie der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi Der Titel ihrer Autobiografie steht für sich: "Eine Frau hört niemals auf zu kämpfen". Tatsächlich kämpft Narges Mohammadi unermüdlich für politischen Wandel im Iran, Gleichberechtigung, Frauenrechte und die Rechte eines ganzen Volkes - mit aller Konsequenz. Und die bedeutet in ihrem Fall Repression, Haft und Folter. Für ihren Einsatz wurde sie 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis haben ihre Kinder entgegengenommen, während sie selbst wieder im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran eine langjährige Haftstrafe verbüßte. Teile ihrer Autobiografie hat sie eben dort verfasst und rausgeschmuggelt. Sie erzählt von den schlimmen Haftbedingungen, der Isolationshaft, den Erniedrigungen - und dem starken Zusammenhalt von Frauen in der Gefangenschaft. Sie beschreibt die Herausforderung, gleichzeitig Aktivistin und Mutter zu sein, blickt zurück auf Kindheit und Jugend, ihren Weg in den Widerstand. Das Buch ist so persönlich wie aufrüttelnd. Und auch im Gespräch mit "ttt" zeigt sich Narges Mohammadi entschlossen, ihren Kampf nicht aufzugeben. - "Alte Liebe": der neue Film von Andreas Dresen Seit seiner Pensionierung meckert Harry nur noch rum. Trinkt Bier, verzieht sich in den Garten. Lore klammert sich an ihren Job als Bibliothekarin, träumt von Aufbruch und fragt sich: War das schon alles? "Alte Liebe" heißt der neue Film von Regisseur Andreas Dresen über eine Ehe, die nach 40 Jahren ins Wanken gerät. Eine Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Elke Heidenreich. Dagmar Manzel und Joachim Król spielen sehr berührend ein Paar, das sich verloren hat und nochmal neu begegnet. Liebe im Alter war schon mehrfach Thema für Andreas Dresen, den Meister des realistischen, tragikomischen Kinos. "ttt" hat ihn getroffen. (Filmstart "Alte Liebe": 8. Oktober) - Späte Würdigung: jüdische Kunstsammler*innen in Deutschland Sie haben aus Leidenschaft gesammelt, der modernen Kunst in Deutschland mit zum Durchbruch verholfen – und sind heute oft namentlich nicht mehr bekannt: jüdische Kunstsammler*innen. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden sie und ihre Angehörigen verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet. Die Kunstsammlungen wurden unter Wert verkauft, enteignet, zerschlagen. Leid und Unrecht halten bis heute an: die Aufarbeitung dieses Teils deutscher Geschichte verläuft noch immer schleppend, auch von staatlicher Seite. Eine Ausstellung in Hamburg erinnert jetzt an die vergessenen Pioniere der Moderne: "Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland" (Bucerius Kunst Forum, bis 29. März 2027). Im Mittelpunkt der Schau stehen beispielhaft 15 Familien, Paare und Einzelpersonen, deren Lebensgeschichten erzählt und Sammlungen rekonstruiert werden. Oft werden die Gemälde zum ersten Mal wieder in Deutschland gezeigt. "ttt" über eine späte Würdigung.