"Fadenkreuze für das Leben": Westart aus dem Kunstmuseum Bonn Sie sind grausam und gleichzeitig ein Symbol für das Überleben: Fadenkreuze, die an Krebs erkrankten Personen auf die Haut oder auf eigens angefertigte Masken gezeichnet werden, um den Tumor bei der Bestrahlung ganz genau zu treffen. Als die Fotografin Herlinde Koelbl an Krebs erkrankte, war sie fasziniert von diesem Detail – auch deshalb, weil sie in einem vorherigen Projekt Fadenkreuze und Schießziele beim Militär fotografiert hatte. Diesen Gegensatz von Leben und Tod macht Herlinde Koelbl zum Thema ihrer jüngsten Werkgruppe "Fadenkreuze für das Leben", in der sie Personen portraitiert, die die Geschichte ihrer Krebserkrankung mit ihr teilen. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 16. Mai 2027 im Kunstmuseum Bonn. Westart-Moderatorin Mona Ameziane spricht in der Schau mit der Fotografin Herlinde Koelbl und der Kuratorin Claudia Emmert über die eindringlichen Portraits und erläutert mit Kerstin Behn von der Deutschen Krebshilfe die Möglichkeiten der Beratung Betroffener. Nachwuchskünstlerin auf der Art Cologne: Katja Tönnissen Zum 59. Mal findet Anfang November die Art Cologne statt. Das Förderprogramm "New Positions" gibt aufstrebenden Künstler:innen die Möglichkeit, ihre Werke auf einer Sonderfläche zu präsentieren. In diesem Jahr gehört Katja Tönnissen zu den Auserwählten: Sie studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und beschäftigt sich vorzugsweise mit Palmen, Muscheln, Brüsten und Vulven. Westart besucht Katja Tönnissen in ihrem Atelier und begleitet sie in die Kunstgießerei, wo gerade ihre neueste Arbeit entsteht: ein überdimensionaler Phallus aus Aluminium, komplett mit Brüsten besetzt. Barockmusik und Einkaufswagen: Das "Furore Ensemble" spielt in Herne Musikerinnen aus der Ukraine und aus Deutschland wollen für mehr Furore in der Barockmusik sorgen. Das rein weiblich besetzte "Furore Ensemble" kombiniert bei den "Tagen Alter Musik" in Herne Barockmusik mit zeitgenössischen Klängen und bricht das traditionelle Konzertformat auf: In "Symphony of a shopping cart" bewegt sich das Publikum frei durch den Raum und interagiert mit flüsternden Einkaufswagen. Über Sensoren werden die Bewegungen des Publikums in musikalische Parameter übersetzt – und alle werden Teil einer gemeinsamen Klangkomposition. Revolution der Dokumentarfotografie: "Leica – Ein Jahrhundert in Bildern" Vor 100 Jahren ging sie in Serie, die erste Kleinbildkamera der Welt, eine Leica – nun konnte man immer einen Fotoapparat dabei haben und Ereignisse spontan dokumentieren. In seinem Dokumentarfilm "Leica – Ein Jahrhundert in Bildern" beleuchtet Regisseur Reiner Holzemer den damit einher gegangenen Wandel der visuellen Kultur und erkundet die Geschichte der Dokumentarfotografie. Der Film porträtiert legendäre Meister dieses Mediums, zeigt ihre bedeutendsten Werke und begleitet zeitgenössische Fotografen bei ihrer Arbeit. Ab dem 12. November ist er im Kino zu sehen. Feministisches Leitmedium: Das Ende der Zeitschrift "Emma" Am 26. Januar 1977 erschien die erste Ausgabe der feministischen Frauenzeitschrift "Emma". Nach genau 50 Jahren und 398 Ausgaben ist nun Schluss: Am 8. Dezember erscheint die letzte gedruckte "Emma". Man sei erschöpft, erklärte die Gründerin und Feminismus-Ikone Alice Schwarzer. Gemeinsam mit ihr blickt Westart auf die Geschichte der "Emma", auf so manch angestoßene Diskussion und ausgefochtene Kontroverse und auf die Geschichte des Feminismus in Deutschland zurück.