* Russland: Urlaub unter Beschuss Drohnen über dem Badestrand, Sirenen über der Uferpromenade, lange Schlangen vor den Tankstellen, weil der Sprit knapp ist: So sieht der Sommerurlaub an der russischen Schwarzmeerküste aus. Die Ukraine greift Häfen mit Öldepots und Getreidelagern an. Getroffen werden aber auch Wohnhäuser und Badegäste. Und dennoch planschen an der Schwarzmeerküste Russinnen und Russen im Wasser oder schicken ihre Kinder zur Erholung in die traditionellen Ferienlager. Die Touristinnen und Touristen wollen sich ihren ersparten Sommerurlaub nicht verderben lassen. Bei den Einheimischen hingegen wächst die Angst: Der Krieg ist nun auch in Russland unmittelbar vor ihrer Haustür angekommen. * Island: Richtungsentscheidung um die Freiheit Weiter Abstand halten oder lieber näher an Europa? In wenigen Tagen entscheiden die Isländerinnen und Isländer darüber, ob ihr Land die Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union wieder aufnehmen soll. Kurz vor dem Referendum ist das Land in der EU-Frage gespalten wie nie. Landwirt Steinþór Logi Arnarson hat erst vor wenigen Jahren den Bauernhof seiner Eltern in den Westfjorden übernommen. Der 27-Jährige kämpft zusammen mit anderen Jungbauern gegen eine Annäherung an Europa. Er ist überzeugt: Die isländische Landwirtschaft hat außerhalb der EU eine bessere Zukunft. Ódinn Freyr Baldursson tut alles, um seine Landsleute von einem "Ja" zu neuen Beitrittsgesprächen zu überzeugen. Der 22-jährige Mediendesigner aus Reykjavik träumt davon, dass Island den Euro einführt und glaubt, das würde den erdrückend hohen Preisen ein Ende setzen und jungen Menschen wie ihm eine bessere Zukunft ermöglichen. * Albanien: Hoxhas Verschwundene 35 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes kämpft Albanien mit seiner traumatischen Vergangenheit. Diktator Enver Hoxha schirmte sein Land ab wie Nordkorea und installierte ein Terrorregime, um seine Bevölkerung zu kontrollieren. Die Spuren der Diktatur prägen das Land bis heute. Der Weltspiegel begleitet eine Frau, die seit Jahren nach ihrem verschwundenen Großvater sucht. Hoxhas Geheimdienst war berüchtigter als die Stasi, eine besonders brutale und repressive Geheimpolizei. Historiker gehen davon aus, dass jeder Dritte vom Sigurimi verfolgt oder schikaniert wurde. Väter haben damals ihre Söhne ausspioniert, Ehefrauen ihre Männer, Menschen sind erschossen worden und bis heute verschwunden. Das Grab von Genta Sulas Großvater ist leer, seine Knochen wurden nie gefunden. Die Suche nach ihrem Opa wirft ein Schlaglicht auf die grausame, fast vergessene Geschichte der inzwischen so beliebten Touristendestination. * Südafrika: Kapstadts Kampf ums Wasser Kapstadt stand 2018 kurz vor dem "Day Zero", dem Tag, an dem kein Wasser mehr aus den Leitungen gekommen wäre. Die Katastrophe konnte damals knapp verhindert werden, doch Dürre, Starkregen und das schnelle Wachstum der Stadt setzen die Wasserversorgung weiter unter Druck. Bis 2040 will Kapstadt deshalb zu einer "wassersensitiven" Stadt werden mit Meerwasserentsalzung, Grundwasser, Abwasseraufbereitung und naturbasierten Lösungen. Zoleka Havi macht eine Ausbildung zur Flusswächterin, entfernt invasive Pflanzen aus Wasserläufen und hofft auf ein besseres Leben. Reginald Pillay arbeitet an einem bepflanzten Rückhaltebecken, das Regenwasser speichern und neues Grundwasser bilden soll. Beide zeigen, wie Klimaanpassung dort beginnt, wo die Wasserkrise am härtesten zu spüren ist. Doch ob Kapstadts Plan aufgeht, hängt nicht nur von Technik und Natur ab, sondern auch von Geduld, Vertrauen und den Menschen vor Ort.