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Weltspiegel

Info, Zeitgeschehen • 13.04.2026 • 04:45 - 05:30
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Weltspiegel-Logo.
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Moderation: Isabel Schayani
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Ute Brucker, Moderatorin der Sendung "Weltspiegel".
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Originaltitel
Weltspiegel
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Zeitgeschehen
Ungarn: Hoffnung auf den Wechsel: Ungarn steht vor einer Schicksalswahl, die Auswirkungen auf die gesamte EU haben dürfte. Es ist für den amtierenden Ministerpräsidenten so eng wie seit Jahren nicht. Viele Menschen haben genug von der grassierenden Korruption, den Repressionen und den ärmlichen Lebensumständen ohne echte Zukunftsperspektive. Der "Weltspiegel" hat einen Pfarrer getroffen, der sein Leben der Hilfe Obdachloser verschrieben hat. Als seine NGO ins Visier von Orbans Fidesz gerät und er der Regierung zu unbequem wird, dreht sie ihm kompromisslos den Geldhahn zu. Er und viele andere Ungarn hoffen nun auf eine Wechselstimmung - und dass sich am Sonntag ihr Leben ändert. Italien: Giftige "Terra dei Fuochi": "Terra dei Fuochi" - "Land der Feuer" heißt die Region bei Neapel, in der über Jahrzehnte tonnenweise Giftmüll illegal vergraben oder verbrannt wurde – oft unter Kontrolle der Camorra. Mehr als drei Millionen Menschen in rund 90 Gemeinden Kampaniens leben bis heute mit den Folgen. Wir begleiten den Aktivisten Alessandro Cannavaciuolo, der hier aufgewachsen ist und dessen Familie die Konsequenzen unmittelbar getroffen haben: Sein Onkel starb an den Folgen der Verseuchung. Seit Jahren kämpft er gegen Umweltkriminalität – trotz persönlicher Risiken. Sein Engagement führte bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der Italien Anfang 2025 erstmals wegen staatlicher Untätigkeit verurteilte. Doch trotz neuer Gesetze berichten Anwohner weiterhin von illegalen Müllablagerungen und oberflächlichen Maßnahmen. Die Altlasten bleiben – ebenso wie die Angst vor gesundheitlichen Folgen, denn die Krebsrate in der Region ist gerade bei jüngeren Menschen auffällig hoch. Äthiopien: Leben auf Stelzen: Urmi ist ein Banna. Er ist einer von etwa 45.000 Menschen, die noch sehr ursprünglich leben im Südwesten Äthiopiens, fernab von Städten und Dörfern, mitten in den Bergen. Hier gibt es keinen Supermarkt, keinen Strom, kein fließendes Wasser. Der junge Mann lebt wie in alten Zeiten zusammen mit seiner Familie, zusammen mit den Tieren. Gegessen wird, was auf den Feldern wächst, was die Kühe an Milch und Fleisch bieten. Um die Tiere zu hüten, setzt Urmi auf eine Tradition der Banna: das Stelzenlaufen. / Bangladesch: Wie der Iran-Krieg ein Land ins Elend stürzt: Kaum ein Land leidet so sehr unter der Hormus-Blockade wie Bangladesch: Der Öl- und Gasimport aus dem Mittleren Osten geht nahe null, und anders als Indien kann das 170-Millionen-Menschen-Land nicht auf Energielieferungen aus Russland hoffen. Besonders hart getroffen ist die Schlüsselindustrie des Landes, die Textilbranche. Wir begleiten eine Näherin, deren Fabrik kurz vor der Schließung steht. Mit dem Jobverlust würde ihre ganze Familie ins Hungerelend gestoßen werden. Wir sind bei einem Krisentreffen von Textilunternehmern, die verzweifelt nach alternativen Energiequellen suchen. Wir begegnen Fischern, die seit Wochen ohne Treibstoff für ihre Boote auf dem Trockenen sitzen; und wir reden mit Studenten, deren Universität wegen Stromausfall betroffen ist. Das alles trifft ein Land, das nach den Wahlen im Februar eigentlich auf Hoffnung gepolt war – aber nun vor dem wirtschaftlichen GAU steht. Südkorea: Jugend in der Krise: Die Popkultur Südkoreas feiert weltweit Erfolge. Doch die Jugend des Landes gerät zusehends in eine "Rückzugskrise". Etwa eine halbe Million junge Menschen gehen keiner Arbeit oder Ausbildung nach, haben keinen Abschluss oder kapseln sich ab von ihrer Umgebung. Der Grund dafür sind oft die hohen Erwartungen der Gesellschaft, die Jugendliche mit Druck und Drill zum Erfolg in Schule, Studium und Beruf antreibt. Viele fühlen sich dem nicht gewachsen. Manche verlassen nicht einmal mehr ihr Zimmer. Neue Hilfsangebote sollen den Betroffenen helfen, den Weg aus der Isolation zu finden. / Ecuador: "Es ist nie zu spät" – Fußball für ältere Damen: Angie stoppt den Ball, dribbelt und passt zu ihrer Mitspielerin. Sie ist mit 73 Jahren die älteste Spielerin einer Mannschaft für ältere Frauen in Ecuador. Auf einem Universitätsgelände in den Anden bereiten sie sich auf ihr wichtigstes Turnier vor. Angie, bürgerlich Angélica Aguirre, hat ihren Job als Englischlehrerin in der Pandemie an den Nagel gehängt. Als es ihr dann zu langweilig wurde, stieß sie auf ein TikTok-Video, in dem sie eine Trainerin ansprach: "Was, wenn ich dir sage, dass es nie zu spät ist, mit Fußball anzufangen?" Der Aufruf kam von Mercedes Añamise, die älteren Frauen die Chance zum Spielen ermöglichen wollte. Nach dem TikTok-Video wurde Mercedes überrannt. Es gab doppelt so viele Bewerberinnen wie Plätze. / USA: Ringen um Gerechtigkeit: Die einstürzenden Türme des World Trade Centers – diese Bilder haben sich ins kollektive Gedächtnis nicht nur der Amerikaner eingebrannt, genauso wie die Aufnahmen der Männer in orangefarbenen Overalls hinter Stacheldraht. Es waren die Bilder der ersten Gefangenen im berüchtigten Lager Guantánamo. Das ist fast 25 Jahre her. Eigentlich sollte auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo Bay schon längst der Prozess gegen die Männer begonnen haben, die als Hintermänner des Terrors vom 11. September 2001 gelten. Sie werden dort seit etwa 20 Jahren ohne rechtsstaatliches Verfahren gefangen gehalten und warten auf den Prozess, genau wie die Angehörigen der Opfer: Sie wollen Gerechtigkeit für ihre Liebsten, die bei den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und die US-Hauptstadt Washington ermordet wurden. Scheitern die USA am vielleicht wichtigsten Verfahren ihrer Geschichte?