Die globale Supermacht USA wankt. 250 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung sind die Gräben im Land tiefer denn je. Auf der einen Seite stehen traditionelle Werte und Stolz auf wirtschaftliche und technologische Stärke, auf der anderen ein harter Kampf um kulturelle Vorherrschaft und postmaterialistische Ideen. Ist dieser Konflikt Zeichen innerer Schwäche oder vielmehr de Antrieb der amerikanischen Widerstandskraft? Wie behaupten die USA trotz aller Spaltungen ihre Spitzenposition als Wirtschafts- und Innovationsmacht? Und liegt ihr Erfolg in einer Verfassung begründet, die den Staat zum Diener der Bürger macht? Zu Gast bei Roger Köppel ist diesmal der niederländische Schriftsteller und Kulturphilosoph Leon De Winter. Er sagt: "Es gibt einen großen Kulturkampf in den USA - wer nur europäische Mainstream-Medien sieht, bekommt davon kaum etwas mit." Der Politikwissenschaftler und Ökonom Ralph Schöllhammer erklärt die wirtschaftliche Überlegenheit so: "Zölle, Ressourcenreichtum, ein riesiger Binnenmarkt und die Toleranz für das Exzentrische - das war und ist das amerikanische Erfolgsrezept." Und Verfassungsexperte Reinhard Heinisch analysiert: "Während in Europa die Verfassungen den Staat vor dem Bürger schützen, ist es in den USA genau umgekehrt: Der Staat ist der Diener des Bürgers. Dadurch bleiben sie erstaunlich widerstandsfähig und können sich immer wieder selbst korrigieren."