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Der Baltische Weg

Info, Geschichte • 20.01.2026 • 20:30 - 21:15
Die Flagge ihres Großvaters bewahrt Ginta Petra in einer Schmuckschatulle auf. Er hatte sie während der Sowjetzeit auf dem Dachboden versteckt, die Nationalflagge Lettlands war damals verboten.
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Der Wunsch nach Freiheit ist groß: Schon zur Mittagszeit bahnt sich ein Verkehrschaos an, da mehr Menschen an der geplanten Kette teilnehmen wollen, als erwartet.
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Die russische Botschaft in Tallinn, Estland: Mit Plakaten, Blumen und Kerzen drücken die Menschen ihre Anteilnahme für die Bevölkerung in der Ukraine aus.
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Der Pilot Petras Beta und seine Frau Irene Betiene haben viel riskiert, als sie trotz Flugverbot gestartet sind, um Blumen über der Menschenkette abzuwerfen.
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Originaltitel
Der Baltische Weg - Eine Menschenkette für die Freiheit
Produktionsland
D, EST, LETT
Produktionsdatum
2025
Info, Geschichte
Im Sommer 1989 liegt eine besondere Stimmung in der Luft - eine Mischung aus Freiheitsdrang und Mut. Die Reformpolitik Michail Gorbatschows ab Mitte der 1980er Jahre hilft den baltischen Staaten bei ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Sogenannte Volksfronten werden gegründet, die im Rahmen der Perestroika geduldet sind. Ein Meilenstein ist das Sängerfest im Sommer 1988 in Tallinn bei dem Hunderttausende friedlich für Freiheit demonstrieren. Dieses Ereignis prägt den Namen der baltischen Unabhängigkeitsbewegung: Singende Revolution. Ein Jahr später folgt eine ehrgeizige und symbolträchtige Aktion: eine über 600 Kilometer lange Menschenkette von Tallinn in Estland über Riga in Lettland bis nach Vilnius in Litauen. Sie soll weltweit auf das Unrecht der sowjetischen Besatzung aufmerksam machen. Trotz fehlender moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefonen oder Internet gelingt es, diesen beeindruckenden Protest zu organisieren - ein historisches Zeichen für Mut und Zusammenhalt.